Dass darauf noch niemand gekommen ist: Man kann inzwischen einen Grabstein mit Briefschlitz kaufen. Der Clou dabei ist, dass der Grabstein nach unten offen ist, damit sich das Briefpapier zersetzen kann.
Viele Trauernde schreiben Briefe. Sie werfen sie bei der Beerdigung als letzten Gruß mit ins Grab, sie behalten sie und lesen sie immer wieder oder sie verbrennen sie, damit niemand sie findet. Das sind alles Wege, um mit der eigenen Trauer klarzukommen. Der oder die Verstorbene antwortet nicht mehr, aber die gefühlte Nähe bleibt bestehen. Warum dann nicht einen Brief schreiben?
Etwas Handgeschriebenes ist intensiver das Schreiben mit Worterkennung. Ich muss jedes Wort ohne Wortvorschlag wollen. Ich muss es wenden und drehen oder ich kann spontan drauflosschreiben. So wie ein Brief eben ist.
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