Andere Länder, andere Sitten: In England ist es üblich, im Programmheft die Stückdauern zu vermerken. In Deutschland wird dies traditionell nicht gemacht. Entweder hat man das Stück und seine Dauer zu kennen, oder man lässt sich auf das Stück ein. Seit ich die englische Konzert-Sitte kenne, höre ich dort Konzerte unbeschwerter. Entweder weiß ich vorher, dass sich die Musik lange entwickeln wird, oder dass ich einem musikalischen Gedankensplitter lausche.
Deutsche Opernhäuser hängen seit einigen Jahren die Dauern der einzelnen Akte auf dem Besetzungszettel aus. Dazu auch die Pausen-Dauern, was praktisch ist, denn dann weiß ich, ob ich zum Gläschen Sekt noch ein Häppchen essen möchte.
In England ist es bei Konzerten, die wie beispielsweise Mahler- oder Bruckner-Sinfonien ohne Pause stattfinden, üblich, „there will be no interval“ zu vermerken. Bei den Londoner Proms meinte ein Konzertbesucher trocken, dass es sich wie eine elterliche Bestrafung anhöre: „Aber heute gibt’s kein Eis!“
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