Traumgefieder

Nicht umsonst hat Johannes Brahms das Gedicht „Gestillte Sehnsucht“ für Alt, Viola und Klavier komponiert. Er hatte dabei die Tongebung seines Freundes und Sparringspartners Joseph Joachim im Kopf, des berühmten Geigenvirtuosen. Brahms schätzte auch den Bratschenklang und vertonte das Rückert-Gedicht mit schmelzenden Violaklängen, die sich mit bewegten Passagen abwechseln.

Mit dem zweiten Lied der „Zwei Gesänge“ op. 91 winkt er freundlich mit dem Zaunpfahl zu Freund Joachim herüber: Aus dem Bratschensolo schält sich das Weihnachtslied „Joseph, lieber Joseph mein“. Was könnte das Motto für die beiden Lieder sein? Das Wort „Traumgefieder“, so wie sich die beiden Stimmen kongenial und durchs Klavier getragen durch Wind und Sturmstille schwingen.

Foto: Nick Fewings auf Unsplash

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